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DIY: Leinsamengel das Pflegeprodukt für stark gelocktes, trockenes Haar

Leinsamen-Gel spendet enorm viel Feuchtigkeit, die Locken sind nach der Anwendung definiert und elastisch.

Im Frühjahr dieses Jahr habe ich zum ersten mal Leinsamen-Gel ausprobiert und habe es mir über den Sommer immer dann angerührt wenn ich meine Locken offen tragen wollte. Das anrühren geht schnell und einfach. Meistens habe ich Reste von Haarkuren, Spülungen oder Ölen mit unter gerührt. Das Ergebnis war immer gut. Sollte dir das Endergebnis nicht gefallen tut es nicht weh die Mischung wegzuschütten, die Anschaffung der Körner war auch nicht umsonst, mische sie einfach unter dein Müsli. Leinsamen wird als Heilmittel verwendet und ist verdauungsfördernd. Die Samen schmecken leicht nussig.

 

Leinsamengel lässt sich schnell, einfach und günstig herstellen.

 

Da die Herstellung des Gels wirklich kein Problem ist, eignet sich Leinsamen-Gel hervorragend für ungeübte Anfänger in die Welt der DIY -Produkte einzusteigen. Außer Leinsamen benötigst du nur noch Wasser und wenn du möchtest kannst du das Gel mit Pflegezutaten anreichern.

  • Öle
  • Sheabutter
  • Aloe Vera
  • Haarkur
  • Spülung

Die Zutaten, vor allem die Sheabutter und die Haarkur, verbessern die Konsistenz des Gels und geben natürlich auch ihren Wirkstoff und Duft an das Haar ab.

 

Der Geruch des reinen Gels ist eher neutral, leicht süßlich, nicht unangenehm.

 

Das fertige Gel lässt sich in der Konsistenz auf gar keinen Fall mit gekauftem Gel vergleichen. Wundere dich  also nicht.

Leicht zähflüssig, flutscht es einem eher schleimig durch die Finger, vergleichbar mit Eiweiß. Am Anfang ist das sehr gewöhnungsbedürftig, fast eklig!

 

Im Gegensatz zu gekauftem Gel macht es das Haar nicht steif, hart oder strohig

 

Ich betone es lieber nochmal, das fertige Leinsamen-Gel ist mit industriell hergestelltem Gel weder in der Konsistenz noch in der Anwendung vergleichbar.

 

Einkauf

Zu kaufen gibt es die Samenkörner, im Super- und Drogeriemarkt oder im Bioladen bei den Getreideprodukten.

Ich habe für,  500g,  1,99€  (Organix, Biomarkt), bezahlt.

Mit 3 – 4 vollen Esslöffeln Leinsamen kommt man auf ca. 200ml Gel.

 

Kaufe immer die ganzen Körner.  Kein Leinsamenschrot

 

Basiszutaten

  • 3–4 Esslöffel Leinsamen
  • 3–4 große Tassen Wasser

 

Pflegezutaten 

  • 1 Teelöffel Sheabutter
  • 2 Esslöffel Avocadoöl
  • 2 Spritzer Zitronensaft

Die Zutaten kannst du komplett weglassen oder nach deinem Bedarf variieren.

Das tolle an diesem Rezept ist, dass du es mit allem  anreichern kannst was deinem Haar gut tut.

Wenn ich Reste von  Conditioner, Spülung oder Haarkur habe, rühre ich die mit ein.

 

Duft

Wer mag kann ein paar Tropfen naturreines ätherisches Öl dazu geben.

Ich finde es nicht notwendig, da das Gel allein sehr neutral riecht.

Nach Zugabe von Spülung oder Kur nimmt es den entsprechenden Duft an.

 

Behälter und Zeug, Utensilien

  • kleinmaschiges Küchensieb
  • kleiner Topf
  • Schnee-Rührbesen oder Milchschaumquirl
  • verschließbarer Behälter

Ich verwende, besonders in kleinen Behältern gerne den Milchschaumquirl. Damit  lassen sich die Pflegezutaten gut mit dem Gel vermischen.

Behälter in die du das fertige Gel später abfüllen möchtest, solltest du mit heißem Wasser auskochen oder mit mindestens 70% Alkohol besprühen. Den Alkohol kurz einwirken lassen und dann mit Papiertuch abwischen.

Beides desinfiziert und dein Gel bleibt länger haltbar.

 

 

Vorbereitung

Einweichen und quellen lassen

Den Leinsamen 8 bis 24 Stunden in einem Glas Wasser einweichen.

Durch das Einweichen quillt schon das erste Gel aus den Hülsen der Samen.

Je länger die Einweichzeit, desto mehr Gel erhält man und die Konsistenz wird dickflüssiger.

 

Wenn, deine Zeit knapp ist geht es aber auch ohne die Einweichprozedur.

 

 

Zubereitung

So leicht wie Pudding kochen

  1. Körner mit dem Wasser bei gelegentlichem rühren aufkochen. Wenn nötig, Wasser zugeben.
  2. Dann die Hitze reduzieren.
  3. Das Ganze unter ständigem rühren ca. 10 Minuten weiter köcheln lassen.
  4. Die Masse verändert sich vom dünnen Glibber zum nach Eiweiß aussehenden schaumigen Gel.
  5. Die noch wenig zähe Flüssigkeit zügig durch ein Küchensieb in eine Schüssel abgießen.
  6. Etwas abkühlen lassen während dessenTopf und Rührbesen abwaschen.
  7. Jetzt die Pflegezutaten dazu geben und alles gut verquirlen bis keine Klümpchen oder Schlieren mehr zu sehen sind.
  8. Alles in eine verschließbare Plastikdose oder einen Glasbehälter abfüllen.

In manchen Tutorials wird ein Nylonstrumpf anstatt des Siebs verwendet. Diese Methode finde ich total unpraktisch . Das Gel ist so zäh, dass es nur sehr schwer durch den Strumpf zu pressen ist.  Das Sieb kann auf dem Behälter abgesetzt werden und das Gel kann langsam abtropfen.

 

Konsistenz

Das fertige Gel erinnert in Farbe und Konsistenz an Honig. Je nach Zubereitung und Pflegezusätze wird das Gel

  • galertartig
  • schleimig
  • zähflüssig

 

Anwendung

Auf feuchtem Haar, nach deiner üblichen Haarpflege-Routine oder zum auffrischen deiner trockenen Locken.

so viel wie nötig, so wenig wie möglich

Damit dir das Leinsamen-Gel nicht durch die Finger flutscht nicht zuviel auf einmal nehmen und dann vom Ansatz in die Spitzen verteilen und leicht kneten. Es ist nicht so zäh wie gekauftes Gel und lässt es sich super im Haar verteilen.

  • auf feuchtem oder trockenem Haar anwenden
  • Leinsamengel trocknet sehr langsam
  • Haare an der Luft trocknen lassen und die Locken immer wieder weich kneten .

Ich verwende das Gel auch gerne für Twists und lasse es über Nacht einwirken und trocknen.

 

Haltbarkeit

Am besten im Kühlschrank aufbewahren. Das Gel wird dadurch auch noch etwas fester in der Konsistenz.

Ohne Konservierungsstoffe,  3-5 Tage.

Mit Konservierungsstoffe bis zu 14 Tage oder länger je nach zugegebenem Konservierungsstoff.

 

Das Gel ist gekippt, also schlecht wenn es säuerlich riecht und sollte dann nicht  mehr verwendet werde

 

 

DIY: Leinsamen als Gel-Rinse

  1. 4 Esslöffel Leinsamenkörner mit einem Liter Wasser (entkalktes oder destilliertes Wasser) aufgießen.
  2. 24 Stunden stehen lassen
  3. Leinsamen aussieben, Flüssigkeit in Topf oder Schüssel abseihen.
  4. Flüssigkeit langsam über die Haare laufen lassen

Der Pflanzenschleim schützt das Haar und hält die Feuchtigkeit. Wen du mag kannst du hinterher noch Leinöl oder jedes andere Öl zum versiegeln auftragen. Nicht auswaschen. Das bindet zusätzliche die Feuchtigkeit.

 

Viel Spaß beim ausprobieren.

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